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<title>Karl Durst</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Karl Durst</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p><b>Karl Friedrich Durst</b> (* <a href="29._September" title="29. September">29. September</a> <a href="1892" title="1892">1892</a> in <a href="Neumarkt_in_der_Oberpfalz" title="Neumarkt in der Oberpfalz">Neumarkt in der Oberpfalz</a>; † <a href="3._Januar" title="3. Januar">3. Januar</a> <a href="1949" title="1949">1949</a> in <a href="M%C3%BCnchen" title="München">München</a>) war ein deutscher <a href="Jurist" title="Jurist">Jurist</a> und <a href="Ministerialbeamter" title="Ministerialbeamter">Ministerialbeamter</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Leben">Leben</h2></div>
<p>Karl Durst war ein Sohn des Gaswerksdirektors Karl Friedrich Durst (1864–1948) und Josefine, geb. Hetzinger (1865–1950).
</p><p>Karl Durst besuchte ein <a href="Gymnasium" title="Gymnasium">Gymnasium</a> und studierte von 1911 bis 1914 <a href="Rechtswissenschaft" title="Rechtswissenschaft">Rechtswissenschaften</a> an der <a href="Universit%C3%A4t_Leipzig" title="Universität Leipzig">Universität Leipzig</a>. Er unterbrach sein Studium und nahm über die gesamte Dauer am <a href="Erster_Weltkrieg" title="Erster Weltkrieg">Ersten Weltkrieg</a> teil<sup id="cite_ref-:0_1-0" class="reference"><a href="#cite_note-:0-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>. Nach dem Krieg schloss er sich dem <a href="Freikorps_Epp" title="Freikorps Epp">Freikorps Epp</a> an und war in der bayerischen Schützen-Brigade 21.<sup id="cite_ref-:0_1-1" class="reference"><a href="#cite_note-:0-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>1919 führte er sein Studium an der <a href="Friedrich-Alexander-Universit%C3%A4t_Erlangen-N%C3%BCrnberg" title="Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg">Universität Erlangen</a> und <a href="Ludwig-Maximilians-Universit%C3%A4t_M%C3%BCnchen" title="Ludwig-Maximilians-Universität München">München</a> fort und war 1919/20 <a href="Referendar" class="mw-redirect" title="Referendar">Referendar</a> in der Justizverwaltung. 1920 <a href="Promoviert" class="mw-redirect" title="Promoviert">promovierte</a> er an der <a href="Julius-Maximilians-Universit%C3%A4t_W%C3%BCrzburg" title="Julius-Maximilians-Universität Würzburg">Universität Würzburg</a> mit dem Thema <i>Zeitpunkt des Beginns und des Endes der <a href="Zwangsvollstreckungsrecht_(Deutschland)" title="Zwangsvollstreckungsrecht (Deutschland)">Zwangsvollstreckung</a> und seine rechtliche Bedeutung bei den einzelnen Vollstreckungsformen</i>.
</p><p>Sein <a href="Assessorexamen" class="mw-redirect" title="Assessorexamen">Assessorexamen</a> für den höheren Justiz- und Verwaltungsdienst legte er 1922 ab und so trat er anschließend in den höheren Justiz- und Verwaltungsdienst ein. Für ein Jahr war er als <a href="Regierungsrat_(Deutschland)" title="Regierungsrat (Deutschland)">Regierungsrat</a> Wohnungsbaureferent bei der <a href="Regierung_von_Oberbayern" title="Regierung von Oberbayern">Kreisregierung Oberbayern</a>. Von Juni 1923 bis April 1928 war er <a href="Bezirksamt#Geschichte" title="Bezirksamt">Bezirksamtmann</a> bzw. später Bezirksoberamtmann des <a href="Landkreis_Tirschenreuth" title="Landkreis Tirschenreuth">Landkreises Tirschenreuth</a>. In dieser Funktion organisierte er für den Landkreis den sozialen Wohnungsbau, was ihm eine bestimmte reichsweite Beachtung einbracht. Anschließend kam er deswegen an das <a href="Reichsarbeitsministerium" title="Reichsarbeitsministerium">Reichsarbeitsministerium</a> und wurde hier 1929 als Referent für allgemeine Fragen des Wohnungswesens, Geldbeschaffung für den Wohnungsbau <a href="Oberregierungsrat" title="Oberregierungsrat">Oberregierungsrat</a>. Von dem Leiter der Unterabteilung für Wohnungs- und Siedlungswesen <a href="Otto_W%C3%B6lz" title="Otto Wölz">Otto Wölz</a>, der als überfordert galt, übernahm er immer mehr Funktionen und Aufgaben, sodass Durst mit dem Wechsel von Wölz 1931 Leiter der Unterabteilung <i>Wohnungswesen</i> wurde. Ab 1932 war er zugleich Leiter der Unterabteilung <i>Vorstädtische Kleinsiedlung</i> und wurde im gleichen Jahr <a href="Ministerialrat" title="Ministerialrat">Ministerialrat</a>. Zum 1. Mai 1933 trat er in die <a href="Nationalsozialistische_Deutsche_Arbeiterpartei" title="Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei">NSDAP</a> (Mitgliedsnummer 2.633.334)<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und in den neu eingerichteten <a href="Reichsbund_der_deutschen_Beamten" title="Reichsbund der deutschen Beamten">RDB</a>, 1936 in die <a href="Nationalsozialistische_Volkswohlfahrt" title="Nationalsozialistische Volkswohlfahrt">NSV</a> ein. Von 1930 bis 1935 und erneut 1939 war er <a href="Reichskommissar" title="Reichskommissar">Reichskommissar</a> für die <a href="Aareal_Bank" title="Aareal Bank">Deutschen Bau- und Bodenbank AG</a> (Berlin) und ebenso für die Deutsche Wohnstätten-Hypothekenbank AG (Berlin). Anschließend kam es aufgrund von Unstimmigkeiten mit der NSDAP-Leitung und der <a href="Deutsche_Arbeitsfront" title="Deutsche Arbeitsfront">DAF</a> bzgl. der Zuständigkeiten für den Wohn- und Siedlungsbau zu seiner Abberufung aus dem Reichsarbeitsministerium.
</p><p>Von 1935 bis 1939 war Präsident des Landesarbeitsamtes Bayern. Im Januar 1935 hatte Hitler Durst zum Präsidenten und <a href="Wilhelm_Dennler" title="Wilhelm Dennler">Wilhelm Dennler</a> zu seinem Stellvertreter ernannt. Vorweggegangen war eine Kampagne, die Dennler als Präsident installieren sollte. Diese war aber aufgrund von Dursts Vergangenheit als Teilnehmer im Ersten Weltkrieg und Freikorps-Mitglied nicht erfolgreich, hielt Dennler aber nicht davon ab, gegen Durst vorzugehen und ihn bei offiziellen Stellen zu diskreditieren. Er regte sogar an, Durst in einer anderweitigen dienstlichen Verwendung einzusetzen. Letztendlich scheiterten auch diese Intrigen.<sup id="cite_ref-:0_1-2" class="reference"><a href="#cite_note-:0-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Es folgten aber auch in dieser Position weitere Konflikte mit der Partei, sodass Durst anschließend als <a href="Ministerialdirektor" title="Ministerialdirektor">Ministerialdirektor</a> wieder zurück an das Reichsarbeitsministerium kam und hier Hauptabteilungsleiter <i>Wohnungs- und Siedlungswesen und Städtebau</i> wurde. Als 1942 ein Teil seiner Verantwortung vom Reichsarbeitsministerium an den <a href="Reichswohnungskommissar" class="mw-redirect" title="Reichswohnungskommissar">Reichswohnungskommissar</a> <a href="Robert_Ley" title="Robert Ley">Robert Ley</a> überwechselten, wurde Durst Leiter der Hauptabteilung <i>Städtebau und Baupolizei</i>. Diese war damit die einzig, verbliebene Wohnungsabteilung im Reichsarbeitsministerium, welche aber keinerlei reichsrechtliche Bedeutung mehr hatte.
</p><p>Zu Kriegsende wurde er durch die alliierten Truppen verhaftet und in <a href="Hessisch_Lichtenau" title="Hessisch Lichtenau">Hessisch Lichtenau</a> und <a href="Berlin-Lichterfelde" title="Berlin-Lichterfelde">Berlin-Lichterfelde</a> <a href="Internierung" title="Internierung">interniert</a>. Während dieser Zeit war er als Gutachter von Gesetzesentwürfen und Berichten in der <a href="Britische_Besatzungszone" title="Britische Besatzungszone">britischen Besatzungszone</a> eingesetzt. 1948/49 war er Gutachter bei der Obersten Baubehörde im <a href="Bayerisches_Staatsministerium_des_Innern%2C_f%C3%BCr_Sport_und_Integration" title="Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration">bayerischen Staatsministerium des Innern</a>.
</p><p>Im <a href="Entnazifizierungsverfahren" class="mw-redirect" title="Entnazifizierungsverfahren">Entnazifizierungsverfahren</a> wurde er 1948 erst als <i>Mitläufer</i> (Kategorie IV), später aber als <i>entlastet</i> (Kategorie V) eingestuft.
</p><p>Er war Aufsichtsratsmitglied mehrerer gemeinnütziger Wohnungsbaugenossenschaften, wie z. B. 1931 der Deutschen Baurevision Revisions- und Treuhand AG für die Bauwirtschaft Berlin und der Deutschen Bau- und Bodenbank AG. Ab 1933 war er Mitglied des Verwaltungsrates der <a href="Depfa_Bank" title="Depfa Bank">Preußischen Landespfandbriefanstalt</a>, dessen Vorsitzender er 1939 wurde. 1940 wurde er Mitglied des Verwaltungsrates der Deutschen Landesrentenbank Berlin.
</p><p>Ab 1921 war er mit der Architektin Lydia Erna Kornege (* 1896) verheiratet.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Werke_(Auswahl)"><span id="Werke_.28Auswahl.29"></span>Werke (Auswahl)</h2></div>
<ul><li><i>Kriegsmaßnahmen auf dem Gebiete der Wohnwirtschaft</i>. <a href="Ernst_Reinhardt_Verlag" title="Ernst Reinhardt Verlag">Reinhardt</a>, 1928.</li>
<li>gemeinsam mit <a href="Erich_Volkmar" title="Erich Volkmar">Erich Volkmar</a> und Fritz Wohlhaupt: <i>Wohnungsnot und Wohnungsbau in kleinen Gemeinden</i>. Reichsbund der Haus- und Grundbesitzer, 1940.</li>
<li><i>Die Wohnungs- und Siedlungspolitik des Reichsarbeitsministeriums im Jahre 1939</i>. In: Siedlung und Wirtschaft, 22, 1940, S. 90+91.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li><i><a href="Biographisches_Lexikon_zur_Geschichte_der_deutschen_Sozialpolitik_1871_bis_1945" title="Biographisches Lexikon zur Geschichte der deutschen Sozialpolitik 1871 bis 1945">Biographisches Lexikon zur Geschichte der deutschen Sozialpolitik 1871 bis 1945</a></i>. Band 2, Kassel, 2018, S. 37+38.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.bundesarchiv.de/aktenreichskanzlei/1919-1933/0000/adr/getPPN/133566463/">Karl Durst</a> in der Online-Version der Edition <a href="Akten_der_Reichskanzlei" title="Akten der Reichskanzlei">Akten der Reichskanzlei. Weimarer Republik</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-:0-1"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-:0_1-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-:0_1-1">b</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-:0_1-2">c</a></sup></span> <span class="reference-text">Claudia Brunner: <cite style="font-style:italic">Arbeitslosigkeit im NS-Staat: Das Beispiel München</cite>. <a href="Springer-Verlag_(Wien_und_New_York)" class="mw-redirect" title="Springer-Verlag (Wien und New York)">Springer-Verlag</a>, 2017, ISBN 978-3-86226-289-2, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>75</span>.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Karl+Durst&rft.au=Claudia+Brunner&rft.btitle=Arbeitslosigkeit+im+NS-Staat%3A+Das+Beispiel+M%C3%BCnchen&rft.date=2017-01-27&rft.genre=book&rft.isbn=9783862262892&rft.pages=75&rft.pub=Springer-Verlag" style="display:none"> </span></span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/7080329</span>
</li>
</ol>
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Normdaten (Person): <a href="Gemeinsame_Normdatei" title="Gemeinsame Normdatei">GND</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://d-nb.info/gnd/133566463">133566463</a></span> | <a href="Virtual_International_Authority_File" title="Virtual International Authority File">VIAF</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://viaf.org/viaf/40568637/">40568637</a></span> | </div>
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